Am Samstag habe ich das Video von Pocahontas „Was das nächste Ufer“ bringt auf Facebook gepostet, und es kam dann die Sprache auf „Neugierde oder Sicherheit“, bzw. die Frage kam auf, wie man denn die Sicherheit loslässt.
Nun zu dem Thema „loslassen“ werde ich ein weiteres Posting schreiben. Da kann man ganze Bücher mit vollschreiben. Aber was Sicherheit angeht, darum soll es nun gehen:
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Benjamin Franklin.
Nun, was hat der gute alte Franklin denn damit gemeint? Also, Sicherheit, so wie wir sie definieren, ist nichts weiter als die reine Illusion. Dessen sollten wir uns bewusst werden.
Wenn man sich Gedanken macht über solche Dinge, sollte man immer in sich hören, was man damit assoziiert. Meist ist es in unserer Gesellschaft doch so, dass man meint, Sicherheit sei notwendig, damit man glücklich ist. Ein sicheres Heim, einen sicheren Job, eine sichere Beziehung usw. der Grundgedanke ist jedoch, ein sicheres Heim, damit man vor Kälte und Plünderern geschützt ist. Einen sicheren Job, damit man über die Runden kommt, eine sichere Beziehung, damit man nicht vor Einsamkeit stirbt.
Ganz ehrlich, in unserer heutigen westlichen Welt, brauchen wir tatsächlich Angst davor zu haben? Heim und Job, dafür gibt es den Staat, der das Minimum immer noch gewährleisten kann. Ich sage extra Minimum hier, denn ein trockenes Zimmer und drei Mahlzeiten am Tag reichen, um das Existenzminimum zu halten und damit dieses Ur-Grundbedürfnis zu stillen. Dieses ist immer gegeben, also brauchen wir uns darüber keine Gedanken mehr zu machen. Eine sichere Beziehung, offen gesagt, selbst wenn wir ein Leben lang Singles bleiben, sicherlich kein schönes Gefühl, aber wir werden daran nicht sterben. Das Netzwerk heutzutage ist durch verschiedene Methoden so dermaßen gegeben, theoretisch hat man immer jemanden den man Tag und Nacht anrufen kann, kontaktieren kann. Wir sind jederzeit dazu in der Lage mit der Welt da draußen zu kommunizieren. Wir sollten daher aufrichtig zu uns selbst sein, wenn wir nach wie vor damit ein Problem haben, haben wir schlicht und einfach ein Problem mit uns selbst.
Es ist ja auch so viel einfacher seine Zweifel und Ängste auf andere Menschen zu projizieren, sich zu sagen, dieser Mensch mag mich nicht, der ist doof und damit in Selbstmitleid zu vergehen anstatt diesen Satz vielleicht mal an die Person zu richten, die man im Spiegel sieht. Und dann die Reaktion darauf zu beobachten, und daran zu arbeiten, das diese Person im Spiegel einen mag, denn wenn man das geschafft hat… nun ich weiß nicht genau, was das dann für positive Folgen hat, ich lass es euch wissen, wenn ich diese Erfahrung gemacht habe ;)
Ich sehe schon „Einsamkeit und Beziehung“ sollte ebenso ein Thema für sich hier sein.
Nun also noch mal zur Sicherheit zurück. Wenn wir also über die Ur-Bedürfnisse in Sachen Sicherheit nachdenken, so sind diese doch in unserer jetzigen Welt jederzeit und stets und immer gegeben. Diese Bedürfnisse sind also allzeit befriedigt, um es mal so auszudrücken. Warum hadern wir aber nach wie vor damit?
Ist es vielleicht nicht in der menschlichen Natur, in der Theorie der Evolution vorgesehen, ein Bedürfnis zu haben, das alle Zeit gedeckt ist? Was passiert denn, wenn wir in der Hinsicht keine Motivation mehr finden, dem hinter her zu jagen? Wenn wir es stets und immer zur Verfügung haben? Dann haben wir irgendwann kein Interesse mehr daran, es entsteht ein Stillstand. Da aber Stillstand nicht vorgesehen ist, haben wir ein Bedürfnis, es immer noch zu wollen, also projizieren wir Unsicherheit in Dinge, in denen diese gar nicht existiert. Nur um wieder sagen zu können, ich will Sicherheit. Es ist in der Natur der Menschen, es ist normal.
Aber die Evolution wäre keine Evolution, wenn wir diesen Trick der menschlichen Natur nicht irgendwann aufdecken und alles daran setzen könnten, es auszutricksen. Denn nun sind wir uns BE-wußt, was das „Problem“ ist und schon in dem wir uns klar machen, dass es nur eine Illusion ist, können wir unser Leben genießen. Und die Evolution kann auf der nächsten Ebene weitergehen.
Also wer braucht schon die Sehnsucht nach Sicherheit, wenn die Ur-Bedürfnisse gestillt sind? Sicherheit ist nichts weiter als eine Illusion und eine Blockade, nach wie vor. Neugierde ist das, was uns weiterbringt, ist das, was uns weiterentwickeln lässt. Ist das, was uns dazu veranlasst hat, von den Bäumen herunter zu kommen, und dann irgendwann auf zwei Beinen zu laufen. Neugierde ist das, was mich dazu veranlasst, zu schauen, was denn nun das nächste Ufer bringen wird…in diesem Sinne allzeit gute Fahrt euch allen!! :o)
In diesem Sinne: bleib neugierig!!! ;-)
AntwortenLöschen