Hier wird es nun darum gehen, warum man durchaus professionell aber auf keinen Fall perfekt sein sollte. Das eine geht nicht ohne das andere?? Nun ich behaupte, das eine funktioniert nicht mit dem anderen. Nämlich Profi sein kann man nicht, wenn man Perfektionist ist…ich werde es erklären:
Das gute alte Thema, Perfektionismus sollte mal von zwei Seiten betrachtet werden. Denn es gibt die Menschen, die zu Über-Perfektionismus neigen und dadurch sich selbst im Weg stehen. Und dann gibt es die, die dem ganzen überdrüssig sind, und dann nur noch oberflächlich handeln und sich nicht konzentrieren können. Beides keine gute Ausgangssituation, oder?
Nun Über-Perfektionismus: Strebe ich dem Perfektionismus entgegen, setze ich mir selbst eine Grenze. Wenn ich also in einem Bereich perfekt werden möchte, strenge ich mich nur solange an, bis ich dieses Gebiet in meinen Augen perfekt beherrsche beziehungsweise von jemanden ein Zertifikat erhalte, das mir sagt, ich hätte die Bedingungen erfüllt und bin nun Perfektionist(in) in dem Bereich XY. Und dann? Dann behaupte ich auf der gleichen Ebene auch, ich sei Profi… Was passiert danach? Im schlimmsten Fall ruhe ich mich auf meinen Lorbeerblättern aus und bleibe in meiner Entwicklung hier stehen. Aber in der Entwicklung stehen zu bleiben macht in meinen Augen keinen Profi aus…
Dann gibt es den, der dem ganzen überdrüssig ist. Der alles sich oberflächlich anschaut, dann nach kurzer Zeit keine Lust mehr hat, sich anderem zuwendet. Nun, dieser ist weder Profi noch Perfektionist, dieser hangelt sich ohne Sinn und Ziel durch das Leben und fragt sich dann am Ende, was er eigentlich die ganze Zeit gemacht hat…auch keine schöne Vorstellung.
Nun kommen wir also zu dem, der in alle dem den idealen Mittelweg findet. Dieser behauptet niemals von sich perfekt zu sein, er gibt sich einer Sache komplett hin, wird Profi und entwickelt sich weiter und weiter und weiter und hört nie auf zu lernen. Wenn man ihn fragt, kommt die Antwort: "Perfektionist? Ich? Aber nicht doch, gibt noch tausend weitere Dinge zu lernen, da kann man nie perfekt werden. Außerdem Perfektionist ist in meinen Augen derjenige, der unbedingt beim ersten Mal alles richtig machen will. Ich habe es schon tausend Mal versucht, und selbst beim 1001. Mal habe ich festgestellt, dass ich immer noch einen Fehler gemacht habe. Aber das ist ja auch in Ordnung, Fehler und Fehlschläge gehören dazu. Wie heißt es so schön: Es ist in Ordnung 100-mal hinzufallen, solange du 101-mal wieder aufstehst…."
Wie Sie sehen, sollte man also durchaus Profi sein, ohne perfektionistisch zu handeln. So steht man sich selbst und seiner Entwicklung wenigstens nicht im Wege…
In diesem Sinne wünsche ich allen eine durchaus professionelle aber so ganz und gar keine perfekte Woche…
Ildikó Varga
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