Im Blogger-Kalender wird diese Woche vom gestrigen Tag an als „Freiheitswoche“ angekündigt. Und ich hatte mir erst nichts weiter dabei gedacht, habe über den Begriff „Freiheit“ allgemein nachgedacht, bis ich darauf kam: 4. Juli. Na klar, vor 234 Jahren die Unabhängigkeitserklärung der USA, und da sich der Blogger-Kalender in erster Linie auf Daten aus den USA bezieht, kann es sich ja nur darum handeln.
Nun, was bedeutet denn diese Freiheit, diese Unabhängigkeit? Die Amerikaner feiern mit pompösen Feuerwerken und großen Parties und freuen sich, ja wir sind unabhängig. Im Geschichtsunterricht wird es groß erklärt und gelehrt, was die Männer und Frauen um 1776 alles getan haben und unter welchen Umständen all dies geschehen ist.
Aber wofür? Verzeiht, dies soll kein negativer Artikel werden, nur einer der die Dinge ein wenig bewußter machen läßt. Was hat die Menschen damals dazu bewegt, diesen Kampf zu beginnen, durchzuführen und, egal was kommen mochte, erfolgreich zu beenden?
Und was passiert damit heute? Mit den Kindern, die sehr wohl alle 50/ 51 (offiziell/inoffiziell) Staaten und ihre Hauptstädte auswendig wissen, die sehr wohl alle ihre Präsidenten aufzählen können, aber die nicht wissen, wo Australien liegt, die keine Ahnung haben, das in anderen Ländern der Strom und das Internet genauso funktioniert wie in ihrem Land (dies sind Erfahrungen, die ich persönlich mit Amerikanern gemacht hatte, und es waren keine Amerikaner vom Lande ohne Fernseher…).
Die genau wissen, was sie als nächstes kaufen wollen und dies auch sofort tun, es gibt da diesen Magier „Kredit“, der das möglich macht. Und dann sind sie bis an ihr Lebensende dazu verdammt, 100Stunden die Woche zu arbeiten um ihren Kredit abzuzahlen. Und das, was sie sich durch diesen Kredit erworben haben, können sie das noch genießen?
Es ist diese Mentalität, ich will alles, ich will es jetzt in diesem Augenblick. Ist das denn noch im Sinne der Unabhängigkeitserklärung? Machte man sich vor 234 Jahren von anderen Mächten unabhängig, damit man heute von diesem bösen Magier „Kredit“ abhängig ist?
Und Freiheit, was bedeutete das damals, was heute? Gibt es denn Freiheit heute? Können die Menschen, egal welcher Rasse, egal welcher Religion angehörig, heutzutage so frei leben, wie sie es möchten (und ich betone hier bitte immer nur in dem Rahmen das der eigene Lebensstil keine anderen Menschen und Lebewesen in irgendeiner Weise gefährdet)?
Und was ist mit der Freiheit und er Unabhängigkeit der Ureinwohner Amerikas?
Und Ponce de Leon und Christophe Kolumbus, was all diese Entdecker vor über 500 Jahren wirklich wollten, was sie beabsichtigten, wird ja immer wieder gern diskutiert, wenn es auch wenig Sinn macht. Wirklich erfahren werden wir es nicht mehr.
Als dann also am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung verlesen wurde, wurde damit der Abhängigkeit Englands und im gewissen Sinne Europas ein Ende gesetzt. Nun also konnte das kleine Kind „Vereinigte Staaten Amerika‘s“ seinen eigenen Weg gehen, es machte die ersten Schritte losgelöst von der führenden und zugleich kontrollierenden Hand des Vaters Englands. Doch was dieses kleine Kind wohl damals im Sinne hatte, das wissen wir nicht. Es wollte einfach nur eine Entdeckungstour durch das eigene Heim machen. Ob es sich vorgestellt hatte, jetzt im Erwachsenenalter sich so durchzutaumeln, ich weiß es nicht.
Ich wünsche allen Amerikanern (ja, eigentlich allen Nationen dieser Welt), daß sie die verfälschende Brille von den Augen nehmen, die Dinge sehen, wie sie sind und begreifen, das egal, was kommt, egal wer was sagt, jeder Mensch kann sein eigenes Schicksal selbst in die Hand nehmen. Es gibt, gerade in Amerika, mehr als genug Beispiele dafür, dass das tatsächlich geht. Man muß sich nur die Lebenswege, und vor allem die Schicksalsschläge dieser Menschen vor Augen halten.
Denn das ist sicher, der amerikanische Traum lebt auch heute noch, und zwar durch jedes einzelne Schicksal, das diesem nachstrebt. Mit einer kleinen Portion Individualismus gleichzeitig gepaart mit Gemeinschaftssinn, in Freiheit und Unabhängigkeit.
In diesem Sinne allen eine schöne „Woche der Freiheit“...
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