Donnerstag, 1. Juli 2010

Alte Gewohnheiten

Nun heute möchte ich mich schriftlich damit befassen, womit ich mich gestern in ausgiebiger Form befasst habe: alte Gewohnheiten…

Nur so aus reiner Langeweile und Neugierde mache ich den Fernseher an (ich schaue seit einiger Zeit kein TV mehr, habe festgestellt dass ich kreativ wesentlich produktiver bin so), zapp mich durch und bleibe bei N24 stehen. SAT1 und RTL machen mir keinen Spaß mehr (zum Glück…), jedenfalls nicht morgens um 9h30. So erfahre denn auf N24, dass die große Wahl stattfindet und live übertragen wird.

Und ich denk mir, ein solch wichtiger Tag, den sollte ich miterleben…um dann um 18h00immer noch fest zu stellen, die sind ja zu dämlich um ihre Kreuzchen zu machen (naja, war ja eh alles Show…) und schaffen es dann erst in der dritten Runde, die dann um 21h30 zu Ende ist. Ja, so kann man sich auch Überstunden anrechnen lassen, aber okay, hier geht es jetzt nicht um ein Wahlkommentar, ich möchte auf etwas anderes hinaus. Ich bin auch nicht von morgens 9h30 bis abends 21h30 vorm Fernseher festgeschnallt gewesen. Ich war sogar joggen zwischendurch…ursprünglich wollte ich was komplett anderes machen, wurde durch andere Begebenheiten verhindert und so kam es, dass ich den ganzen Tag insgesamt unproduktiv verbracht habe.

Meine alte Gewohnheit also, TV schauen, irgendwie wieder da. Und im Grunde letztlich auch nicht schlimm. Ich glaube, ich will derzeit ziemlich viel in ziemlich kurzer Zeit verändern. Ich kann natürlich nichts übers Knie brechen und von daher, von Zeit zu Zeit in alte Maschen zurückzufallen gehört vielleicht sogar dazu.

Was ich damit sagen will, wenn wir etwas ändern wollen, aber einmal schwach werden, einmal nicht die 3km laufen oder die Ernährung einen Tag nicht so durchhalten oder einen Tag nicht die von uns selbst geforderten 10 Seiten schreiben oder sogar an einem Tag gar nichts von alledem einhalten, ist es nicht schlimm. Ich habe nun den Entschluss gefasst, diesen Tag als solchen einfach abzuhaken.

Aufzuhören, mich fertig zu machen, nicht meinen kompletten Plan komplett hinzuschmeißen, sondern heute, an diesem nächsten Tag einfach dort weiterzumachen, wo ich vorgestern aufgehört habe. Ohne mich umzudrehen, ohne Reue, einfach sein. Es ist wie bei den Meditationen, da soll man auch nicht gegen Gedanken ankämpfen, je mehr man dagegen kämpft, dem also Aufmerksamkeit schenkt, desto größer werden sie. Den Gedanken einfach zulassen, wahrnehmen und ihn dann wieder ziehen lassen.

So ist es auch mit diesem einen Tag, wahrnehmen, dass er passiert ist, ungeschehen kann ich ihn ja eh nicht mehr machen, in Gedanken loslösen und weitermachen. Es hört sich jetzt vielleicht auf dem ersten Blick wie eine Entschuldigung an, eine Ausrede. So hätte ich früher gedacht. Hätte mich fertiggemacht und dann mit diesen alten Gewohnheiten weitergemacht, denn ich „schaffe das ja eh nicht“. Dieser fiese innere Monolog zu uns, ich halte diesem fiesen Mädel auf meiner linken Schulter jetzt einfach seinen Mund zu, sie hat Sendepause, und ich mache weiter, wo ich aufgehört habe.

Denn wenn ich die alten Gewohnheiten jahrelang gehegt und gepflegt habe, ist es schwieriger diese innerhalb einer Woche komplett umzuändern (insbesondere wenn es gleich mehrere gleichzeitig sind). In diesem Sinne mache ich heute dort weiter, wo ich vorgestern aufgehört habe und mache mich gleich auf in meine weiteren „Recherchen“.

Und wenn ich nicht gerade in den nächsten Tagen in die alte Gewohnheit falle, nichts zu schreiben, lest ihr die Tage auch wieder etwas neues von mir. ;o))

Bis bald mal wieder,

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